SAN ANDREAS VERWERFUNG - Erdbebengeschichte
Kalifornien wurde in den letzten 150 Jahren von über 200 gut spürbaren (M > 5) Erdbeben erschüttert. Manche hatten keine nennenswerten Folgen, andere aber führten zu einer Katastrophe, doch jedes stellte ein individuelles Ereignis dar. Die vier folgenden Erdbeben sind bemerkenswert, da sie auf die Natur und den Menschen einwirkten und wissenschaftlichen Wert besitzen.

09. Januar 1857 (M=8.25):

Beim Erdbeben von Fort Tejon verschob sich die San-Andreas-Verwerfung auf einer Länge von 300 km um bis zu 9 m. Dieses Beben kostete trotz seiner Stärke nur zwei Menschenleben, weil dieses Gebiet damals noch spärlich besiedelt war. Im 60 km entfernten Los Angeles, 1857 eine Stadt mit 4'000 Einwohnern, bekamen einige Häuser Risse in den Mauern, es wurde aber keines davon schwer beschädigt.

18. April 1906 (M=8.3):

Das grosse Erdbeben von San Francisco gilt als eines der verheerendsten Beben aller Zeiten. Einer der das Erdbeben miterlebte hatte berichtete später: "Die Erschütterungen begannen morgens um 5 Uhr 12. Die Häuser schwankten, Schornsteine stürzten ein, und Kirchenglocken läuteten wie wild. Mein Gott, ich dachte, es würde nie enden." Das Beben dauerte kaum länger als eine Minute.

Die nördlichen 430 km der San-Andreas-Verwerfung hatten sich bis zu 6 m verschoben und der Bruch hatte ein Gebiet von einer Million Quadratkilometern erschüttert. Am schwersten davon betroffen war San Francisco, das zum Teil auf aufgeschüttetem Grund gebaut war. Doch die Zerstörung von Gebäuden durch das Erdbeben war erst der Anfang der Katastrophe. Als Feuer ausbrach, entdeckte man, das die Hauptwasserleitungen geplatzt waren. Binnen weniger Stunden frassen sich die Flammen durch ganze Stadtviertel. Nach drei Tagen fanden die Flammen keine Nahrung mehr. San Francisco war ein ausgeglühtes Ruinenfeld. 700 Menschen waren tot, eine Viertel Million Menschen obdachlos.

San Francisco
Auf dieser Aufnahme vom 18. April 1906 sieht man die zu Zickzacklinien verbogene Cable-Car-Gleise unt tiefe Spalten die sich in der Union Street geöffnet haben.
09. Februar 1971 (M=6.5):

Das San Fernando Beben, bei Los Angeles brachte 60 Menschen den Tod und richtete einen Schaden in Höhe von fast einer Dreiviertel Milliarde Dollar an. Autobahnüberführung stürzten ein und angeblich erdbebensichere Gebäude fielen auseinander wie Pappkonstruktionen. Dieses Beben endete fast mit einer Katastrophe. Hätte es ein wenig länger gedauert, wäre vielleicht ein Damm in der Nähe von Los Angeles gebrochen und das Tal darunter überflutet worden.

17. Oktober 1989 (M=7.1):

Nachmittags um 17 Uhr 04 bebte die Erde für 20 Sekunden. Es war der erste grössere Bruch der San-Andreas-Verwerfung in dieser Region seit 1906. Das Erdbeben verlangte 62 Tote und 4000 Verletzte. Der Sachschaden ging in die Milliardenhöhe. Eine Brücke über die Bay von San Francisco war in der Mitte auseinander gebrochen und in Oakland stürzte der obere Teil einer zweistöckigen Schnellstrasse auf den unteren und riss 53 Autos mit in die Tiefe.

Zaun
Während des grossen Erdbebens von San Francisco 1906 wurde dieser Zaun, der über die San-Andreas-Verwerfung führt, um 2.5 m verschoben. Die weisse Linie zeigt den ursprünglichen Verlauf des Zauns an.
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